Robert startet bei WM in Litauen

von Manfred Schwarz

Die Segelflugweltmeisterschaft findet dieses Jahr vom 30.7 bis 15.8.2016 im litauischen Pociunai statt. Mehr als 120 Piloten aus 29 Ländern sind als Teilnehmer gemeldet.
Im deutschen Kader fliegen Robert Schröder vom Segelflugverein Bad Wörishofen und sein Teamkollege Felipe Levin in der Standardklasse. 39 Teilnehmer, von Argentinien bis Australien haben sich für diese Gruppe qualifiziert.
Schröder wird mit einer LS8 gegen die Besten der Welt antreten. Sein Standardklasse Segelflugzeug hat 15m Spannweite und Winglets , aber keine Wölbklappen. Bei geeignetem Wetter ist Wasserballast bis 200Kg möglich, was bei höherer Geschwindigkeit zu einem besseren Gleitwinkel führt. Bei einer Gleitzahl von 43, wie bei einer LS8 üblich kann man bei stehender Luft aus 1000m Höhe ca. 43Km weit segeln.
Aber nicht nur das stark bewaldete Wettbewerbsgebiet unweit der Memel wird für alle Wettbewerbspiloten eine echte Herausforderung, auch schnell wechselnde Wetterlagen auf den Streckenvorgaben werden an manchen Tagen für Überraschungen sorgen. Durch viel Erfahrung im Alpenraum hofft Schröder solche Wetterphänomene schnell zu erkennen um dann das Beste daraus zu machen. Es wird Wettbewerbs Tage geben, da braucht man halt auch als Segelflieger Pilot ein bisschen Glück zum großen Erfolg und das wünschen wir beiden.

Neue Flugschüler

von Manfred Schwarz

Markus Lill aus Kaufbeuren und Julian Balzat aus Amberg sind die neuen Flugschüler im Segelflugverein Bad Wörishofen.
Der 48-jährige Lill hat bereits mit 20 Jahren vom Segelfliegen geträumt. Sein Vater hat damals schon Flugmodelle gebaut und ist diese ferngesteuert geflogen. Dem noch jungen Markus war dies jedoch zu langweilig, er wollte immer schon selber im Cockpit sitzen und Hand anlegen. Das wahre Leben hat dann halt, wie so oft, etwas anderes für ihn vorgesehen.
Priorität hatte damals Beruf, Familie, Haus und eigene Firma. Nachdem inzwischen alles in gesicherten Bahnen läuft und die 3 Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, kann sich der Familienvater seinem 28 Jahre lang gehegten Traum widmen, dem Segelfliegen.

Julian Balzat ist 17 Jahre alt und hatte, wie viele Jugendliche heute, seine ersten Kontakte zur Fliegerei in der digital-virtuellen Welt. Die Freude am Flugsimulator hat jedoch nach ein paar Jahren nachgelassen und so sieht Julian die echte Herausforderung in der realen Segelfliegerwelt. Beeinflusst durch seinen Freund „Andi“, der im Wörishofer Segelflugverein mit seiner Ausbildung gut vorankommt, ist die Entscheidung dann leicht gefallen. Nach 2 „Schnupperflügen“ im Doppelsitzer war klar, er wird beim Segelflugverein unterschreiben.
Zurzeit macht Julian eine Bauzeichner Ausbildung mit Schwerpunkt Architektur.
Einen speziellen fliegerischen Traum hat sich Julian für später aufgehoben, Hubschrauber fliegen als verantwortlicher Pilot. Auszuschließen ist das nicht, manch einer hat im Segelflieger seine Ausbildung begonnen und sitzt jetzt im A380 als Kapitän.
Julians 14-jähriger Bruder liebäugelt auch schon mit dem Segelfliegen, will aber erst mal schulisch einen Abschluss machen.

Praktische Segelflugprüfung für drei Flugschüler

von Hans Mayer

Am vergangenen Samstag organisierte das Luftamt aus München auf unserem Segelflugplatz für Jugendliche aus der Region eine praktische Prüfung für den Pilotenschein zum Segelflug. Alle Prüflinge haben bestanden. Neben Martin Hundegger aus unserem Verein wurden Julia Gritzka aus Weißenhorn und Roberto Fillbrandt von der Akaflieg München in die Gemeinde der SPL-Piloten aufgenommen.

Roberto Fillbrandt macht sich für die Prüfung zurecht.
Roberto Fillbrandt macht sich für die Prüfung zurecht.

In jeweils zwei Starts im doppelsitzigen Segelflugzeug müssen die Scheinanwärter dem Prüfer vom Luftamt Südbayern, Herrn Helmut Lichtenberg zeigen, dass sie die 600kg des Gesamtgewicht bei einer Flügelspannweite von fast 20m nicht nur sicher in einem Geschwindigkeitsbereich von 60km/h bis 280km/h elegant durch die Lüfte bewegen können, sondern auch in Grenzsituationen einen klaren Kopf behalten und das Flugzeug gefahrlos und zuverlässig zurück an den Boden bringen.

Martin Hundegger mit Prüfer Lichtenberg vor dem Einklinken des Seils
Martin Hundegger mit Prüfer Lichtenberg vor dem Einklinken des Seils

Die Prüfung wurde ohne Probleme in unseren normalen Flugbetrieb vom Wochenende einbezogen. Es waren genügend Neugierige am Platz, darunter vier Fluglehrer, die für die Betreuung am Boden sorgten. Sogar das Schleppflugzeug stand bereit. Die beiden Prüflinge von auswärts flogen im Motorsegler an und konnten sich im Vorfeld schon mit Piste und Flugzeug vertraut machen. Pünktlich um 16 Uhr stieß Herr Lichtenberg zu den schon etwas aufgeregt Wartenden.

Julia Gritzka wartet auf ihren ersten Prüfungsflug.
Julia Gritzka wartet auf ihren ersten Prüfungsflug.

Nach dem Motto „Ladies First“ setzte sich Julia als erst ans Steuer des Twin III. Beim ersten Start lief alles wie am Schnürchen. Beim zweiten riss plötzlich das Schleppseil, die Pilotin flog souverän wie gelernt eine verkürzte Platzrunde und landete das Flugzeug sanft und präzise. Nach der Gratulationsrunde für Julia war nun Martin an der Reihe. Seine beiden Prüfungsflüge brachte er routiniert hinter sich: Rollübung, Slippen, Langsamflug, Ziellandung, … viel geübt und sicher abgerufen: Gratulation, die zweite Runde. Ein paar kleine Handicaps im Ablauf führten zu Verzögerungen und fast zu etwas Nervosität: Es stand nur noch ein Seil zum Schlepp zur Verfügung, das zweite musste repariert werden und riss ein weiteres Mal. Der Wind drehte nach West, kam nun von hinten und frischte auf. Doch auch Roberto zeigte bei seinen beiden Starts, dass er diesen Unbilden problemlos gewachsen war, und die Anwesenden konnten nun auch dem dritten Kandidaten zur bestandenen Prüfung gratulieren.

Wir danken dem Prüfer, Herrn Helmut Lichtenberg für die freundliche und professionelle Durchführung der Prüfung und hoffen, dass dem Beispiel von Martin bald auch unsere weiteren Kandidaten folgen, den erforderlichen Fleiß aufbringen, ihrem Mütchen ein Schübchen geben und sich flugs den Prüfungen stellen!

Die Prüflinge mit ihrem Prüfer, Helmut Lichtenberg von der Regierung von Oberbayern (2.v.l.)
Die Prüflinge mit ihrem Prüfer, Helmut Lichtenberg von der Regierung von Oberbayern (2.v.l.)

Hans Mayer
Ausbildungsleiter